GEDANKEN

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Gemeindemitglieder,

ein bisschen gelassener müsste man halt sein, oder? Ein bisschen ruhiger und abgeklärter. Nicht alles so wichtig nehmen. Prioritäten klarer erkennen. Die Beratungs-literatur ist voll mit Tipps und klugen Ein-sichten. Doch allzu oft polieren solche Ratgeber und Glücksversprecher nur die Oberfläche der Seele. Manchem legen sie gar eine neue Last auf, nach dem Motto: „Jetzt muss ich auch noch gelassen sein! Was soll ich denn noch alles machen?!“ Aber: Können wir Gelassenheit machen?

Statt den Ratgebern nachzugehen, die manch Hilfreiches enthalten, möchte ich bei einem Lehrer der Gelassenheit in die Schule gehen, der von einem Leben spricht, das reicher wird, wenn es sich verschenkt. In Jesus Christus verschenkt Gott sich ganz, kommt zu seinen Men-schen, wirbt um unsere Liebe und zeigt uns den Weg in die Freiheit. Einer Freiheit von uns selbst, die nicht mehr in allem den eigenen Vorteil sucht und so das Leben zerstört. Wie sehr stehen uns doch die unheilvollen Konsequenzen eines solchen Lebensstils vor Augen!

Gott ist so ganz anders als wir. Er sucht nicht seinen eigenen Vorteil – er sucht Dich und mich. Die weit geöffneten Arme Jesu am Kreuz sind das Zeichen seiner Liebe. Eine Liebe, die sich nicht erschüt-tern lässt, wenn sie auf unsere Ichbezo-genheit stößt. Das begehen und feiern wir in den Kar- und Ostertagen! Gott hat seine Güte ein für alle Mal ins Stammbuch dieser Welt geschrieben. Niemand kann sie wieder herauslassen.

Nehmen wir uns auch 2019 Zeit und Muße für das Geheimnis der heiligen drei Tage: Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern. Wo Gottes Liebe und unser Egoismus einander wirklich begegnen, siegt die Güte und macht uns zu wahrhaft gelassenen – gottergebenen Menschen. Und dann ler-nen wir im Lachen der Kinder, im Grün der Wiesen, in unseren Begabungen und Grenzen GOTT zu lesen. Und öffnen ge-lassener die Hände, die sagen: Alles, alles habe ich von Gott empfangen.

Eine gesegnete Kar- und Osterzeit wünscht Ihnen Ihr Pfarrer

Johannes Misterek

 

 

 

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